💸Nebenkosten Grundstückskauf und Hausbau

Zusatzkosten sind individuell

Beim Kauf und der Bebauung eines Grundstücks fallen neben dem reinen Kauf- und Baupreis weitere Kosten an, die in Art und Höhe sehr unterschiedlich sein können.
Jedoch gibt es Richtwerte für einige Nebenkosten, die für jeden Erwerb anfallen.

Ungefähr 20-30% des Baupreises und 15% des Kaufpreises können noch einmal extra als Nebenkosten anfallen.

Baupreis beschriebt hier die Kosten des reinen Hausbaus (ohne Grundstück). Und Kaufpreis die Kosten für das Grundstück (auch mit Haus wenn vom Bauträger bspw.).

Kaufnebenkosten beim Grundstückskauf

Wie viel das reine Grundstück kostet lässt sich leider nicht richtig kalkulieren, da es hier keine gesetzlichen Vorschriften bislang gibt und man daher etwas der Vorstellung des Verkäufers ausgeliefert ist. Anhaltspunkte für eine moderate Preisbildung können jedoch die regionalen Bodenrichtwerte und Marktpreise geben. Diese sind je nach Region teilweise sehr unterschiedlich.

Wir bauen in Baden-Württemberg, zwischen Mannheim und Karlsruhe – und hier liegt der Marktpreis pro m² bei ca. 300€.
Es gibt natürlich aber auch deutlich höhere Preise. Je näher man den Städten kommt, desto teurer wird’s zumeist.
Für ein Grundstück von 500m² würde man dann also 150.000€ zahlen. Das ist der reine Kaufpreis.

Hinzu kommen jetzt noch Kaufnebenkosten, die zur Abwicklung des Grundstückskaufes notwendig sind. Das sind folgende:

  • Maklerprovision: Diese beträgt je nach Bundesland, Region und Stadt zwischen 3-7% des Kaufpreises.
    Das wären bei dem Beispiel von 150.000€ stolze 10.500€ bei einem angenommenen Satz von 7%.
    In einigen Regionen ist es zudem üblich, aber nicht vorgeschrieben, dass die Provision zur Hälfte von Käufer und zur Hälfte vom Verkäufer gezahlt wird.
    Informiert euch am Besten über eure regionalen Gegebenheiten bezüglich Provisionshöhe und Teilung der Zahlung.
  • Notarkosten (Grundschuldeintrag, Kaufabwicklung): Für die Abwicklung des Kaufvertrages muss man ca. 1,5% des Kaufpreises einkalkulieren. Wird eine Grundschuld (bspw. für ein Kreditinstitut zur Sicherheit) eingetragen, kommen hier zusätzlich Kosten von ca. 1% hinzu.
  • Grundbucheintrag:Für den Grundbucheintrag haben wir ca. 1100€ gezahlt.
  • Grunderwerbssteuer: Diese liegt je nach Bundesland zwischen 3,5% und 5,5% vom Kaufpreis.
    Für das Beispiel wären hier 7.500€ fällig bei einem angenommenen Satz von 5%.

Achtung: Beim Kauf eines Grundstücks + Haus fallen die jeweiligen Kosten auf den Gesamtpreis und nicht nur den Grundstückspreis an.
Daher sind beispielsweise die Kosten für den Kauf eines Grundstücks vom Bauträger höher, da hier meist das geplante Bauvorhaben mit einberechnet wird.

Unsere Kaufnebenkosten für unser Grundstück beliefen sich letztendlich auf 15,38% des Kaufpreises.

Baunebenkosten

Beim Hausbau gibt es neben den reinen Kosten für das Haus (Material, Arbeiterlöhne etc.) auch Nebenkosten, die von Hausanbietern meist nicht mit dem Angebot abgedeckt werden:

  • Bodengutachten: In einigen Bundesländern ist es Pflicht, damit der Erdaushub vernünftig entsorgt werden kann. Ca. 1000€ sollten hier veranschlagt werden.
  • Erdarbeiten (Aushub, Auffüllen, Keller vs. Bodenplatte etc.): Hier lässt sich der Aufwand schwer pauschalisieren, da jedes Grundstück andere Anforderungen hat (Steigungen, Hanglage, Keller, etc.). Für unser Vorhaben (Bodenplatte ca. 9x10m) haben wir 12.000€ eingeplant. Zur Abschätzung kann vielleicht folgender Link helfen: https://kostenblick.de/was-kostet-ein-erdaushub
  • Vermessung: Für das Bauvorhabens ebenfalls wichtig ist die Ausmessung des Grundstücks und Baufensters. Hierfür sollte man ca. 900€ bereithalten. 
  • Bodenplatte + Schnurgerüst: Für eine Bodenplatte (inkl. Schnurgerüst) von ca. 90m² zahlt man ca. 18.300€ bei führenden Herstellern.
  • Architekt: Diese Leistung ist bei unserem Hausanbieter inklusive. Das ist aber bei weitem nicht Gang und Gebe bei den Herstellern. Daher unbedingt nach den Kosten fragen (in der Regel ca. um 12% des Baupreises). 
  • Baugenehmigung: Hierfür kann man ca. 0,5% des Baupreises einplanen.
  • Anschlüsse (Gas, Wasser, Strom, Telefon, Internet): Unterschiedliche Preise je nach Region und Bedarf. Liegen Anschlüsse bereits wird es günstiger. Liegt nichts, kann es ab 9.000€ aufwärts gehen. Der teuerste Posten ist hier der Wasseranschluß. Strom, Gas, Telefon und Internet bilden den kleinsten Teil und belaufen sich ca. auf 4.000€
  • Außenanlage (Garten, Terrasse, Wege, Einfahrt, Garage/Carport): Für diese, oft vergessenen, Posten sollte man mindestens 10.000€ einplanen und hat auch dann noch keinen prunkvollen Vorder- und Hintergarten.
  • Versicherungen: Für Bauwesen- / Bauleistungsversicherung, Feuer-Rohbauversicherung, Bauherrenhaftpflicht und Bauhelfer Versicherung sollte man ca. 1.300€ einkalkulieren.
  • Bautoilette (ca. 35€/Woche), Baustrom (ca. 450€ für 3 Monate), Bauwasser

 

Eine sehr gute und ausführlichere Auflistung wichtiger Nebenkosten findest du auf https://www.massivhaus.de/ratgeber/baunebenkosten-hausbau.html.




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