Bodenplatte und Erdarbeiten

Vor jedem Hausbau, stehen Erdarbeiten und die Herstellung des Fundaments, wie ein Keller oder eine Bodenplatte an. Wir haben für euch die wichtigsten Themen rund um den Bodenplatten Bau zusammengestellt.

Erdarbeiten

Bevor es mit dem Bodenplatten Bau losgehen kann, muss das Grundstück natürlich vorbereitet werden. Wir haben uns bei lokalen Tiefbau Unternehmen erkundigt und Preise eingeholt. Für die „Nachbarn“ unter euch: Wir haben uns am Ende für DBS Schmitt aus Waghäusel entschieden.

Ablauf der Erdarbeiten

Zu Beginn ist es notwendig, dass euer Vermesser das Gelände genau vermisst und eine Grobabsteckung für den Tiefbauer vornimmt.

Je nach Beschaffenheit des Untergrunds und basierend auf eurem Energiestandard (KFW 50/40/Passiv), wird nach dem Aushub eine entsprechend dicke Schotter schicht verbaut.
Bei uns waren es für ein KFW40 Haus auf einem eher sandigen Untergrund ca. 80cm Schotter. Auf diese Schotterschicht kommt eine etwa 20cm dicke Splitt- Schicht welche glatt und eben abgezogen wird.

Schotter/Splitt Schicht und Anschlüsse vor Schnurgerüst
Schotter/Splitt Schicht und Anschlüsse vor Schnurgerüst

Kostenüberblick der Erdarbeiten

Die Kosten für die einzelnen Schritte und Materialien können stark von Region zu Region und Tiefbau Unternehmen abweichen.
Um einen ersten Eindruck zu bekommen, könnt ihr euch im folgenden Abschnitt ein Bild der Kosten machen.

  • Baugelände ebnen und von Büschen, Bäumen und Wurzeln befreien > 2€ / Quadratmeter
  • Oberboden (ca. 30cm ) auf der Fläche der Bodenplatte lösen und abtransportieren > 18€ / Quadratmeter
  • Schotter oder Recyclingmaterial.
    • Schotter 25€ / Tonne
    • Recyclingmaterial 12€ / Tonne
      Wir haben uns für Recycling entschieden. Von der Wertigkeit nahezu identisch und deutlich preiswerter.
  • Splittbettung unterhalb der Bodenplatte > 9€ / Quadratmeter

Weitere Fertighaus- Baukosten findet ihr in unserer Rubrik Wie viel kostet… ? oder in unserer Fertighausanbieter Vergleichsmatrix

Bodenplatten Anbieter

Viele Fertighausanbieter haben bereits etablierte Bodenplattenbauer an der Hand und vermitteln den Kontakt bei Vertragsabschluss. Natürlich ist es auch möglich, dass ihr euch bei lokalen Anbietern Preise einholt.

Uns war es wichtig, dass sowohl Fertighausanbieter und Bodenplattenbauer Hand in Hand arbeiten und somit haben wir uns an die Empfehlung Seitens Haas gehalten.
Uns wurde die Firma Glatthaar aus dem Schwarzwald empfohlen. Glatthaar ist, zumindest im südlichen Raum Deutschlands, eine feste Größe und wir sind mit der Leistung und dem Service wirklich sehr zufrieden gewesen.

Auf was sollte bei der Bodenplatten Planung geachtet werden?

Nach einem ersten Kennenlerngespräch zwischen Glatthaar und uns, gab es ein zweites detailliertes Planungsgespräch bei dem alle Rahmenbedingungen und Details besprochen wurden.

Wichtige Punkte, über die ihr euch Gedanken machen solltet:

  • Leerrohre
    • Es ist empfehlenswert direkt Leerrohre für diverse Zwecke einzuplanen und in die Bodenplatte zu legen. Zum Beispiel für Strom im Garten, auf Stellplätzen neben und vor dem Haus oder für zusätzliche Wasserleitungen in den Außenbereichen.
  • Mehrspartenhauseinführung
    • Die Mehrspartenhauseinführung wird für die Einführung der Hausanschlüsse wie z.B. Wasser, Strom und Internet benötigt und wird fest in die Bodenplatte einbetoniert.
    • Wichtig ist es, zu erfragen ob ihr selbst dafür sorge tragen müsst, dass die Hauseinführung bei Bodenplatten Bau vorhanden ist, oder ob alles der Bodenplattenbauer übernimmt.
  • Sockeldämmung
    • Ist die Sockeldämmung bereits im Angebot enthalten oder müsst ihr diese im Nachhinein selbst organisieren?

Bodenplatten Bau

Nun kann es losgehen. Der Bodenplatten Bau kann beginnen.

Schritt 1 – Schnurgerüst und Vorbereitung

Das Schnurgerüst wird von eurem Vermesser erstellt um die exakte Position, Größe und Dimension der Bodenplatte zu bestimmen.
Das Schnurgerüst ist eine simple Konstruktion mit der man anhand von sich kreuzenden Schnüren die Maße der Bodenplatte ablesen kann.

Der Bodenplatten Bauer benötigt weiterhin auch Wasser, zum anmischen von Beton und Baustrom.

Schritt 2 – Frostschürze

Die Frostschürze dient dem Frostschutz und wird an den Rändern der Bodenplatte ca. 60cm tief betoniert.

Bodenplatte Frotschürze Grabung

Schritt 3 – Leerrohre und Mehrspartenhauseinführung

Bodenplatte Frostschürze fertiggestellt

Im Vordergrund könnt ihr die Mehrspartenhauseinführung erkennen, an welcher man durch eine rote Markierung die Oberkante des Estrichs ablesen kann. Hierdurch werden alle nötigen Hausanschlüsse wie Wasser, Strom, Internet in den Technikraum eingeführt.

Schritt 4 – Schalung und Dämmung

Die Schalung dient als Abgrenzung für den Beton der im nächsten Schritt gegossen wird. Die Dämmung ist unter der kompletten Fläche der Bodenplatte angebracht. Hierauf wird der Beton gegossen.

Bodenplatte mit Mehrspartenhauseinführung, Anschlüsse, Schalung und Dämmung

Schritt 5 – Armierungseisen und Beton gießen

Bevor der Beton gegossen wird, werden über die gesamte Fläche Eisen auf die Dämmung gelegt und danach der Beton auf die Fläche verteilt und mit einem Beton- Rüttler verdichtet.

Bodenplatte Guss Beton

Schritt 6 – Fertigstellung und Bewässerung der Bodenplatte

Nach Herstellung der Bodenplatte, wird diese mit Bauplane abgedeckt und muss für 2 Tage morgens und abends bewässert und dadurch gekühlt werden, damit der Beton bei hohen Außentemperaturen nicht zu schnell austrocknet.

Bodenplatte bewässern gegen Risse

Schritt 7 – Abnahme

Bei Abnahme der Bodenplatte sollte es ein Protokoll geben, anhand dessen festgestellt wird, ob die Bodenplatten-Herstellung korrekt ausgeführt wurde.
Es wird alles genau vermessen und Abweichungen protokolliert. Kleinere Maß- Abweichungen sind normal und nicht schlimm. Die Norm DIN 18202 gibt vor, wie hoch die Abweichungen und wie groß die Toleranzwerte sind.

Nach erfolgreicher Abnahme der Bodenplatte, meldet ihr eurem Fertighaushersteller die Herstellung der Bodenplatte.

Die meisten Haushersteller legen erst dann mit der Hausproduktion und der Einplanung eures Projekts los.

Bodenplatte fertig ohne Schalung
Fertig abgenommene Bodenplatte.

Checkliste zum Bodenplatten Bau

Zum Abschluss eine Checkliste, die einige Punkte beinhaltet welche ihr mit eurem Bodenplattenbauer abstimmen solltet.

  • Bodengutachten an beauftragtes Tiefbauunternehmen übergeben
  • Erstellung des Schnurgerüstes
  • Straßensperrung genehmigen lassen
  • Nachbarn informieren
  • Baustrom an Baustelle bereitstellen
  • Bauwasser an Baustelle bereitstellen
  • Bau-WC an Baustelle bereitstellen
  • Sand an Baugrube bereitstellen.
  • Mehrspartenhauseinführung bei Versorger beauftragen.
  • Erdungsanlage, beauftragte Elektrofachkraft organisieren
  • Verlegung Ringerder unterhalb des Frostschutzschotters inkl. Anschlussfahnen.

Wie viel kostet eine Bodenplatte?

Bodenplatten gibt es gedämmt und ungedämmt.
Da wir ein KfW 40 Haus bauen, benötigen wir eine gedämmte Bodenplatte.
Zusätzlich kommt es darauf an wie viele „Extras“ ihr einplant. Zum Beispiel Leerrohre oder Erker. Unserer Erfahrung nach, kann man mit 250€ pro m² planen.